Sexismus am Beispiel Felix Lobrecht

Dass Sexismus in unserer Gesellschaft – und vor allem auch unter jungen Leuten – ein Thema ist, zeigt Felix Lobrecht. Er ist also Comedian bekannt und betreibt mit Tommi Schmitt den Podcast “Gemischtes Hack”. Laut Quotenmeter erreichen sie damit 1,10 Millionen Hörer, von denen 77 Prozent zwischen 14 und 29 Jahren alt sind. (Quelle: meedia.de) Eine heftige Zahl für das, was jetzt folgt.

Bei der YouTube Show „Wie geht?“ von 1LIVE, die mit Lobrecht gedreht wird, stolperte ich bei der neuesten Folge über folgenden Dialog zwischen Felix Lobrecht und der Assistentin der Sendung, die ihm die Aufgabe überbringt. 

Felix kündigt sie mit den folgenden Worten an: „Das wird mir jetzt hier die Sexpuppe zeigen.“, worauf sie antwortet: „Sexpuppe hatten wir auch noch nicht. Kleine geile Sexfrau hatten wir schon.“ Durch diese Reaktion der Frau zeigt sich ganz deutlich: nicht mal sie versteht, dass sie gerade Opfer einer sehr sexistischen Äußerung geworden ist. Vielleicht hat sie es auch verstanden und konnte vor der Kamera nicht anders reagieren. Ich denke, in dieser Situation wäre das einzig Angebrachte gewesen, sofort abzubrechen und das Geschehene mit Vorgesetzten zu thematisieren. Wieso das nicht getan wurde, verstehe ich nicht. Es ist wohl ein Tabuthema, bekannte Männer dem Sexismus zu beschuldigen. Ich jedoch tue jetzt genau das.

Vor dem diesjährigen Comedypreis wurde – aufgrund vieler Proteste – eine Kategorie für weibliche Podcasterinnen eingeführt. Felix Lobrecht kommentierte dies bei seinem Podcast “Gemischtes Hack” damit, dass Frauen auch nominiert werden sollten. Dabei ging es ihm jedoch nicht um eine Gleichberechtigung. Man müsse doch an die Aftershow Party denken. Als ihm bewusst wurde, dass durch Corona sicherlich keine Party stattfinde, reagierte er entschlossen: Dann brauche keiner die Kategorie der Frauen und solle somit nicht durchgesetzt werden. Natürlich alles als “Comedy” verpackt.

In der Podcastfolge nach dem Comedypreis, bei dem Lobrecht sowohl im Bereich Podcast, als auch Comedy einen Preis erhielt, beschwerte er sich (sarkastisch) die ganze Folge darüber, dass in der Sendung so viel über die Rolle der Frauen in der Sparte der Comedy gesprochen wurde. In der Kombination, dass er in wohl jeder zweiten Folge seines Podcasts eine sexistische Bemerkung macht, bekommen all diese Aussagen für mich einen sehr fahlen Beigeschmack. Comedy ist das für mich lange nicht mehr.

Es sind Kommentare, in denen Worte wie Schlampe fallen, es geht um Sex und Gewalt gegenüber Frauen – teilweise auf die derbste Art. Indem er es als Comedy auslegt, denkt er, es sei in Ordnung, so etwas zu sagen. Sein Partner Tommi Schmitt lacht über diese Bemerkungen – und das jedes einzelne Mal. 

Dass solche Dinge veröffentlicht werden und Millionen von Menschen auf verschiedenen Plattformen erreichen, ist erschreckend. Noch viel schlimmer finde ich es, dass Medienunternehmen wie Spotify, YouTube oder 1LIVE diese Art von Sexismus billigen und durch die Veröffentlichung unterstützen. Felix Lobrecht ist ein Comedian, der von vielen Menschen gefeiert wird, darunter vor allem junge Leute. Und all diesen Leuten wird vorgelebt, dass man Frauen als „geile Sexpuppe“ bezeichnen darf?!

DAS, meine Freunde, ist traurig. Und es macht mich wütend. Denn sicherlich denken sich jetzt einige: „Das ist doch nur ein Scherz, übertreib nicht so.“ Es ist vielleicht als Scherz verpackt – doch deswegen nicht weniger herablassend, verletzend und demütigend. Mein Plädoyer an euch, an Männer, Frauen, Vorstände und auch an Felix Lobrecht: Hört endlich auf, Frauen wie Objekte zu behandeln und sie herabzuwürdigen. Es reicht!

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