Don’t get raped – or better not fucking rape!

Wieso wir uns so viel Gedanken um unsere Sicherheit machen? Weil wir es müssen! Denn es ist uns Frauen nicht möglich, sicher von A nach B zu kommen. An einer Gruppe Männer vorbeilaufen und automatisch den Atem anhalten und auf den Boden schauen. Die Kopfhörer in der Tasche zu lassen, um seine Umgebung besser zu überblicken. Sich ständig umschauen. Den Schlüssel zwischen die Finger nehmen, um sich wehren zu können. Mit Freundinnen telefonieren, bis man sicher zu Hause ist. Die ganze Fahrt im Uber das Handy bereit in der Hand halten. Und: Bescheid geben, dass man sicher zu Hause angekommen ist. Für Frauen ein normaler Abend. Denn die Angst begleitet uns ständig. Heimwege wie diese sind für uns Normalität. Und das sollten sie nicht sein. Genauso wenig wie es sein sollte, dass immer noch wir beschuldigt werden, wenn dann etwas passiert. „Dann geh halt nicht alleine nachts nach Hause.“ Okay, sollen sich alle Frauen einen persönlichen Bodyguard einstellen, um sicher aus einer Bar kommen zu können? „Dann zieh halt keinen kurzen Rock an.“ Okay, sollen sich alle Frauen dann in Säcken verstecken, um auf keinen Fall sexuell aufreizend zu wirken? „Du solltest halt nichts trinken, damit du klar im Kopf bist.“ Okay, also dürfen Frauen keine Drinks mehr trinken, um sich selbst zu schützen? „Du übertreibst bisschen, da passiert doch nichts.“ Okay, also machen wir Frauen mal wieder eine zu große Welle. Wie wegen allem eigentlich. Logisch.

Ein Heimweg sollte das Normalste der Welt sein. Egal ob mit dem Taxi, mit der U-Bahn oder zu Fuß. Egal zu welcher Uhrzeit. Egal wo. Egal in welchem Outfit und egal mit wie vielen Drinks intus. Wir sollten uns nicht bewaffnen müssen, weil wir Angst haben. Wir sollten unser Leben leben können, genauso viel Spaß haben wie Männer und nach diesem Spaß sicher ins Bett kommen. Wir sollten endlich nicht mehr als Objekte gesehen werden, auf unsere Körper reduziert und zum schwächeren Geschlecht verdonnert. Natürlich sind wir körperlich dem Mann unterlegen. Doch sollte diese Situation nicht ausgenutzt, sondern beschützt werden. Wir sollten beschützt werden. Wir sollten keine Selbstverteidigungskurse zum 16. Geburtstag geschenkt bekommen müssen. Wir sollten keine Geschichten hören müssen, dass junge Frauen verschwinden und sogar sterben, weil sie eine Freundin auf eine Weinschorle besuchen und zu Fuß nach Hause gehen. Wenn nicht mal Spazieren gehen oder der Heimweg für uns sicher ist, wird leider einmal mehr deutlich, wie viel es noch zu tun gibt, um endlich eine Gleichstellung zu erreichen und als Frau ein sicheres und gutes Leben in der Gesellschaft führen zu können. Es sollte endlich einfach alles normal werden. Wir haben keine Kraft mehr. Ich habe keine Kraft mehr. Ich bin wütend. Ich bin traurig. Und ich bin hilflos. Hilflos auf dem Heimweg und hilflos mit meinen Worten. Denn egal, wie viel ich sage – ich übertreibe, ich bin zickig, ich bin unentspannt, ich verstehe keinen Spaß. Ich verstehe sehr viel Spaß. Doch viele Menschen haben immer noch nicht verstanden, dass das alles kein Spaß ist. Es ist absoluter Ernst und es geht – so hart es klingt – um Leben und Tod. 

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